Seelenfisch
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Champagnersynapsen & Normalität

Ich bewache gerade ein friedliches Objekt mit friedlichen Mitarbeitern und bin mit den Gedanken weit, weit fort.

Aber während ich meine persönliche to do Liste durchgehe, stelle ich fest, dass da wieder dieses Funkeln mitschwingt. Silberne Begeisterung prickelt auf Synapsen und fährt mir tief ins Hirn.

 

Es ist wieder da! Diese Erregung, die Begeisterung eines „Ich will!“. Ich habe länger darauf warten müssen, als mir lieb war. Letztes Jahr war sie im Herbstwind mit den Blättern vom Baum geweht worden, die Begeisterung. Ausgelaugt, unproduktiv, kraftlos. Ich wollte nicht mehr zeichnen, ich wollte nichts von SF, Fandom und dem ganzen anderen Mist hören. Ich war permanent überarbeitet und völlig leer im Hirn. Die viel beschworene Kreativität zeigte mir den Stinkefinger und ließ mich mit mir allein zurück. Schlecht, denkt man, wenn man sich nur über diese eine Eigenschaft definiert. Was bleibt denn dann übrig?

Aber alles Zwingen half nichts.

Selbst in Holland, an der umtosten Wasserkante, war nichts zu machen. Lachen konnte ich, plaudern, spazieren gehen – aber nichts produzieren. Ich fühlte mich dick und doof, hatte Angst, so zu bleiben, ganz so als hätte ich zu lange geschielt und könnte nun die Augen nicht zurückrollen.

Dann, zurück in den alten vier Wänden, war der Druck umso größer. ‚Was ist denn nun?’ brüllte mich mein Leben an. ‚Du warst doch gerade in Urlaub, du bist erholt. Pack´s an – jetzt gibt es keine Ausreden mehr!’  

Da hieß es noch, eine Auftragsarbeit fertig zu stellen. Ohne Routine hätte ich es nicht geschafft. Das Cover wurde fertig, aber die Lust – die LUST – kehrte immer noch nicht zurück. Die Arbeit für den Dort.Con drängelt. Ich habe widerwillig meinen Anteil übernommen, habe pflichtgemäß etwas getan, nicht zu viel, gerade, damit es reicht. Und die Lust? Ein einziges Schweigen im Walde.

 

Jetzt ist sie wieder da. Die Lust auf den Dort.Con, die Vorfreude auf das fertige Buch – und ja, ich spüre ein leichtes Kribbeln in den Fingerspitzen. Und in den Zehen. Ich glaube, in nicht allzu ferner Zeit, werde ich wieder zum Stift greifen.

 

…ich habe dieses Gefühl vermisst. Früher war es immer wieder da: himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt. Dazwischen gab es nichts. Seit zwei Jahren bin ich in der nun dritten Therapie, um daran zu arbeiten. Die Normalität lernen, nenne ich es. Die Amplitudenausschläge meistern. Normalität ist toll im Alltag. Sie ist klasse, für alle administrativen Lästigkeiten, die den lieben langen Tag anfallen. Aber Normalität ist nicht nur Schutz. Sie ist der Grauschleier auf der Fensterscheibe, der nur die Hälfte des Sonnenlichts ins Zimmer lässt. Normalität ist die Steinwolle, die die Seele isoliert. Normalität ist ein Anti-Geschmacksverstärker der Empfindungen. Manchmal, so denke ich, ist Normalität echt scheiße…

29.1.07 17:47
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


marina (29.1.07 22:13)
Hi ich freu mich das du wieder DA bist :-)

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